Psychotherapie und Coaching, Maryam Etessam OrtizPsychotherapie und Coaching
Maryam Etessam Ortiz
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Psychotherapie und Coaching
Maryam Etessam Ortiz


Saarner Str. 419
45478 Mülheim-Speldorf

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Psychotherapie


Was ist Psychotherapie?


Psychotherapie ist ein  „mittels wissenschaftlich anerkannter psychotherapeutischer Verfahren vorgenommene Tätigkeit zur Feststellung, Heilung oder Linderung von Störungen mit Krankheitswert, bei denen Psychotherapie indiziert ist“ (Legaldefinition nach dem Psychotherapeutengesetz von 1998).

Es gibt unterschiedliche Therapieformen. Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Kosten tiefenpsychologisch fundierter Verfahren, der Psychoanalyse und der Verhaltenstherapie übernommen. Alle drei Therapieformen arbeiten mit dem gesprochenem Wort, die Veränderung erfolgt also mit Hilfe von Gesprächen.

Was ist Verhaltenstherapie?

Die Verhaltenstherapie/kognitive Verhaltenstherapie ist eine der zwei von den Krankenkassen anerkannten Verfahren und zeichnet sich durch besondere wissenschaftliche Fundierung und empirische Wirksamkeitsüberprüfungen aus. In der kognitiven Verhaltenstherapie wird besonderen Wert auf die gedankliche/kognitive Verarbeitung von emotionalen/kognitiven Problemen gelegt. Hierzu werden verschiedenste Methoden und Techniken verwendet: z. B: Verhaltensanalysen, Verhaltensübungen, Vorstellungsübungen (mentales Training) Rollenspiele aber auch Entspannungsverfahren. Ziel einer jeden Therapie ist es, den Patienten dazu zu befähigen, selbständig und in eigener Verantwortung zukünftig selber die besondere Herausforderungen seines Lebens/Erkrankung meistern zu können.


Die Verhaltenstherapie geht davon aus, dass jedes Verhalten nach gleichen Prinzipien erlernt, aufrechterhalten und auch wieder verlernt werden kann. Dabei wird unter Verhalten nicht nur die äußerlich sichtbare Aktivität des Menschen verstanden, sondern auch die inneren Vorgänge wie Gefühle, Denken und körperliche Prozesse. Die Auseinandersetzung mit der Umwelt erfordert zahlreiche Lern- und Anpassungsleistungen. Wir fühlen uns wohl, wenn wir in der Lage sind, auf diese psychischen und physischen Anforderungen flexibel und unter angemessener Berücksichtigung unserer Bedürfnisse selbstverantwortlich zu reagieren. Reichen die eigenen Fähigkeiten nicht aus, um zentrale Bedürfnisse wie die nach sozialer Sicherheit, befriedigenden Beziehungen oder selbstbestimmter Lebensgestaltung zu erfüllen oder stehen äußere Umstände dem entgegen, wird das Wohlbefinden beeinträchtigt. Die Folgen können seelische und körperliche Erkrankungen sein.

Ablauf einer Psychotherapie

Nach der Kontaktaufnahme (meist telefonisch) erfolgt zunächst ein Erstgespräch. Das Erstgespräch ist der Einstieg in die Psychotherapie. Die erste Stunde dient dem gegenseitigen Kennenlernen.

Normalerweise entwickelt man sehr schnell ein Gefühl dafür, ob jemand sympathisch ist und ob „die Chemie stimmt“. Sympathie und Chemie spielen auch in einer Psychotherapie eine wichtige Rolle; schließlich geht es um sehr private und persönliche Angelegenheiten, die Sie nicht mit jedem besprechen möchten. Es ist sinnvoll, sich bereits vor dem Erstgespräch einige Fragen zu überlegen, die Sie dem Therapeuten oder der Therapeutin stellen wollen, z. B. nach dem therapeutischen Vorgehen, Beurteilung der Chancen, dass das Problem wieder behoben werden kann, Ablauf und Dauer der Sitzungen bzw. der Psychotherapie usw.

Wenn Sie nach der erste Stunde, in der ganz allgemein über Ihre Symptome und Beschwerden gesprochen wird, zu der Einschätzung gelangen, in dem Therapeuten einen kompetenten und vertrauenserweckenden Ansprechpartner gefunden zu haben, werden weitere Termine (mit der ersten insgesamt fünf probatorische Sitzungen) ausgemacht. Es werden differenzierte Informationen über Ihr Leben (biographische Anamnese), die Problematik und Ihrer Entstehung gesammelt. Des weiteren wird auch kurz thematisiert, wie sich die Beschwerden entwickelt haben, wie Sie bisher mit den Schwierigkeiten umgegangen sind und ob Sie bereits andere Therapieversuche unternommen haben. In der Verhaltenstherapie werden verschiedene Fragebogen zur genaueren Erfassung des Ausmaßes der Schwierigkeiten bzw. zum Ausschluss weiterer Problemfelder eingesetzt.

Nach Auswertung der Tests werden die Ergebnisse, die Diagnose, und nach Festlegung gemeinsamer Genesungsziele, der mögliche Therapieplan besprochen. Danach entscheiden Therapeut und Patient gemeinsam, ob und für welchen Umfang (25 oder 45 Stunden) ein Psychotherapieantrag gestellt wird.

Sofern nach den probatorischen Sitzungen eine Störung diagnostiziert wurde, die sich im Katalog der ICD-10, Gruppe F wiederfindet, wird Ihnen Ihr Therapeut eine Therapie empfehlen. Anderenfalls wird er/sie Ihnen, soweit möglich, andere Optionen aufzeigen. Anhand Ihrer Angaben und der Fragebogenergebnisse erstellt der Therapeut einen anonymisierten Bericht (Psychotherapieantrag), der in einem verschlossenen Umschlag an einen Gutachter Ihrer Krankenkasse gesendet wird, der dann über die Genehmigung der Therapie entscheidet.

Nach Zugang der Genehmigung erfolgt der Beginn der Therapie.

Im Rahmen weiterer Gespräche werden nun konkrete schwierige Bereiche/Verhaltensweisen des Alltags (die Verhaltenstherapie beschäftigt sich insbesondere mit der Gegenwart), die zuvor unter Umständen nur angerissen werden konnten, aufgedeckt und sorgfältig reflektiert. Mit Hilfe von z. B. geleiteten Analyseverfahren werden herausfordernde und bis dato nicht zufriedenstellend gelöste Probleme auf ihren Kern zurückgeführt, um kognitiv und emotional besser nachvollzogen und dann aufgelöst werden zu können. Die Wirkung der Verhaltenstherapie besteht nun darin, inner- und außerhalb der Behandlung Lernprozesse in Gang zu setzen. Der Betroffene soll in die Lage versetzt werden, eigene – oft gewohnheitsmäßig ablaufende – Verhaltensmuster (kognitiv/emotional) zu verändern, die bislang seinem Wohlbefinden im Wege stehen.
So kann z. B. ein depressiv Erkrankter während der Therapie lernen, sich selbstsicherer zu verhalten und damit in der Begegnung mit anderen Menschen befriedigendere Erfahrungen zu machen. Häufig genug tragen auch früh erworbene Denkmuster zu Störungen bei, z. B. „ich kann nur zufrieden mit mir sein, wenn ich mindestens ebenso gut bin wie alle anderen in meiner Umgebung“ oder „wenn ich kritisiert werde bedeutet das, dass man mich nicht mag“. Ein derart verzerrter Maßstab ist auf Dauer nicht durchzuhalten. Vielmehr führt er zu einer tiefsitzenden Unzufriedenheit, Versagensängsten sowie anderen negativen (Selbst-)Beurteilungen und kann längerfristig oder in besonderen Belastungssituationen zu einer seelischen Störung oder zu körperlichen Beschwerden beitragen (u. a. Anspannung und Verstärkung von Schmerzen). Hier gilt es, im Rahmen der Therapie gemeinsam andere angemessenere und erreichbare Ziele zu entwickeln und sich selbst nach realistischeren Maßstäben bewerten zu lernen.

Gibt es Risiken?

Wie bei jeder Therapie liegt der Schlüssel zum Erfolg in der fachgerechten Durchführung. Die erste Voraussetzung ist ein Therapeut mit einer anerkannten Therapieausbildung, der sich verantwortungsvoll weiterbildet. Zweite wichtige Bedingung ist, dass Sie – so weit Sie dazu in der Lage sind – ein kritischer und wacher, aber änderungsbereiter Partner des Therapeuten werden. Und drittens: Je früher Sie sich für eine Therapie entscheiden, desto besser sind die Erfolgsaussichten. Entscheidend für das Erreichen der angestrebten, realistischen Therapieziele ist eine gegenseitig vertrauensvolle Beziehung, ein selbstkritischer, sorgfältig arbeitender Therapeut und Ihre Bereitschaft, nach und nach Selbstverantwortung für den eigenen Zustand zu entwickeln.

Dieses ist eine gemeinsame Herausforderung!